Gedicht zur Spiegelmeditation
So oft hab ich Dich nun gesehen,
so oft geglaubt, mich zu verstehen.
Tatest immer, was ich wollte,
oder was Du glauben solltest.
Doch blickte ich mal hinter Dich,
sah'st Du auf einmal nicht mehr mich.
Verschwandest in den ganzen Schatten,
die zuvor wir noch nicht hatten.
Ich sah Gesichter, Du Gespenster,
aufgeschlossen war das Fenster,
welches mir und Dir gezeigt,
wohin Das Wesen wirklich neigt.
Manchmal ängstlich, manchmal lieb,
zeigte es den wahren Trieb,
der mich lenkt und Dich umgarnt,
der verwirrt und manchmal warnt.
Doch solltest Du, was ich gesehen, nicht auch versuchen, zu verstehen?
Nicht immer nur aus Deiner Sicht,
auch hören, was mein Munde spricht?
Zu lernen gibt's noch viel von Dir,
drum setz Dich her, erzähl es mir.
So sitz ich nun vor Deinem Spiegel,
gebrochen worden ist Sein Siegel.
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